Yosemite – Vorschau auf das neue OS X

YosemiteWahrscheinlich morgen, bzw. in dieser Woche schon wird Apple sein neues Betriebssystem OS X Yosemite veröffentlichen. Der Zeitpunkt, wo Mac-Besitzer sich fragen, ob sich ein Upgrade lohnt, oder ob man noch etwas warten soll. Ich möchte an dieser Stelle von meinen Erfahrungen mit der Golden Master Version von Yosemite berichten.

Vor etwa einer Woche habe ich auf meinem MacBook Pro (Late 2008) die Golden Master von OS X Yosemite installiert.
Etwas mulmig war mir im voraus schon, denn mein Mac ist im produktiven Einsatz und auf meiner 750 GB Platte ist nicht genügend Platz für eine Testpartition. Das Upgrade meines iPad 2 ist mir noch schmerzlich in Erinnerung geblieben. Ob Yosemite besser auf meinem alten Mac läuft als das iOS 8 auf meinem alten iPad?

Die Installation – bis auf die letzte Minute

Den Code von der Developer-Seite im AppStore auf dem Mac eingelöst, startete auch gleich der Download des Installationspaketes. Dann ging es los. Nach etwa 30 Minuten sollte die Installation durch sein. Aber diesen Ladebalken konnte man noch nie wirklich vertrauen. Und tatsächlich, bei der letzten Minute schien dann erstmal gar nichts mehr zu funktionieren. Aber nur scheinbar. Ein Blick in das Installationslog (CMD+L) während der Installation verriet, dass das Installationsprogramm jede Menge Dateien aus /usr/local/ am verschieben war.
Im Verzeichnis /usr/local/ landen unter anderem Installationen per Homebrew oder MacPorts. Bei mir waren das unter anderem Bibliotheken die zu Ruby on Rails und zu LaTeX gehörten. So wurde aus einer Minute, welche das Installationsprogramm anzeigte, mehrere Stunden. Auch andere User berichten über dieses Problem. Es ist unklar, ob dies auch noch beim Release von Yosemite so sein wird. Vorsichtshalber sollte man etwas mehr Zeit für das Upgrade einplanen und den Installer aber auf jeden Fall durchlaufen lassen.

Kompatible Apps

Überrascht musste ich feststellen, dass alle meine Programme, die ich im täglichen Gebrauch nutze, funktionieren. Darunter Photoshop (CS4), Microsoft Office 2008, Evernote, Eclipse und natürlich die Programme von Apple, wie die iLife- und iWorks-Produktfamilie. Vor einem Upgrade lohnt sich immer wieder ein Blick auf die Seite http://roaringapps.com, auch wenn es noch nicht zu allen Programmen einen Eintrag für Yosemite gibt.

Einzig die Erweiterung GPGMail landete im Ordner „Inkompatible Software“, ein Update wird aber sicherlich nachgereicht.

Neues Design – Weniger ist manchmal mehr

Wie zu erwarten, wurde das Design von OS X an das von iOS angepasst. Der verspielte Look wurde weiter zurückgefahren und die Oberflächen wurden noch minimalistischer. Alles wirkt jetzt etwas platter und weniger plastisch. So auch das Dock oder die Ordner-Symbole im Finder. Das wirkt erstmal befremdlich (vor allem das alte Dock vermisse ich), aber man gewöhnt sich an den neuen Look.

Neu ist auch, dass Dock und Menüleiste in einem dunkleren Design angeboten werden. Die Einstellung ist zu finden unter Systemeinstellungen -> Allgemein -> „Dunkle Menüleiste und Dock verwenden“.

Spotlight – Die Suche steht im Zentrum

Apple hat auch die Spotlight-Suche ausgebaut. Diese erscheint beim Aufruf (über CMD+Space) nicht mehr oben rechts als kleines Fenster, sondern öffnet sich in der Mitte des Bildschirms und zeigt nun auch Ergebnisse aus dem Internet, z.B. von Wikipedia an.

Spotlight-Suche

Spotlight zeigt nun auch Informationen aus dem Internet an.

Mitteilungszentrale

Auch die Mitteilungszentrale hat Apple überarbeitet. Dieser können nun Widgets hinzugefügt werden wie das Wetter oder der Taschenrechner.

Mitteilungszentrale

In der Mitteilungszentrale gibt es jetzt neue Funktionen und Widgets.

iCloud Drive 

Mit Yosemite lohnt sich nun auch das Upgrade von der iCloud zu iCloud Drive, wenn man für iCloud Drive auch kompatible Geräte besitzt. Während mein iPad mit iOS 8 läuft, ist mein iPhone 4 von einem Upgrade ausgeschlossen und kann daher iCloud Drive nicht nutzen. Ich habe mich dennoch entschieden auf iCloud Drive zu aktualisieren. Folglich ist das iPhone 4 nicht mehr in der Lage Dokumente aus den mobilen iWorks-Apps in die Cloud zu laden.
Allerdings funktionieren Kalender, Kontakte und Notizen auch weiterhin und synchronisieren sich zwischen den verschiedenen Apple-Geräten, weil diese Dienste ein anderes Protokoll nutzen. Auch die Fotos vom alten iPhone 4 landen trotz fehlender iCloud-Unterstützung noch im Fotostream. So ist das Upgrade auf iCloud Drive zwar schon etwas schmerzlich, aber verkraftbar.

 

iPhoto unter Yosemite

Apple hat schon seit Längerem vor, der hauseigenen Fotobibliothek den Stecker zu ziehen. iPhoto soll durch eine neue Foto-App ersetzt werden. Auch Aperture, der große Bruder von iPhoto wird nicht mehr weiterentwickelt. Noch ist Foto, wie die neue App heißen soll, allerdings nicht fertig und soll daher erst Anfang 2015 nachgeliefert werden. Aber iPhoto läuft auch unter Yosemite, auch wenn die grafische Oberfläche nicht mehr ganz zum neuen Look des restlichen Betriebssystems passen mag.

iTunes 12

Der Golden Master von Yosemite liegt auch das neue iTunes in der Version 12 bei. Die Oberfläche von iTunes hat Apple ebenso an das neue Look & Feel von Yosemite angepasst. Das Interface wirkt minimlistischer und aufgeräumter. Auffällig ist, dass der iTunes Store nun mehr mit der eigenen Bibliothek verzahnt wirkt.

iTunes12

Das neue iTunes unter Yosemite.

Fazit

Nach den Problemen, die ich mit dem iOS 8 – Upgrade auf meinem iPad hatte, bin ich doch positiv überrascht, wie gut Yosemite auf meinem alten MacBook läuft. Wie wichtig ein funktionierendes OS X Apple ist, merkt man auch daran, das in den letzten Wochen auch noch mal Hand an die Golden Master Version gelegt wurde und wir mittlerweile bei GM3 angekommen sind.

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